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Baku - was bleibt? Kritische Bemerkungen über die Berichterstattung

   Thursday, 31 May 2012 12:42

Bei der Punktevergabe aus Deutschland sagte Anke Engelke folgende (so oft schon wiederholte) Worte: "Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abstimmen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf Deiner Reise, Aserbaidschan! Europa beobachtet Dich!". Eine schön verpackte Kritik, wie ich sie nicht bessser verpacken könnte. Das ist aber auch alles.

Bei der Punktevergabe aus Deutschland sagte Anke Engelke folgende (so oft schon wiederholte) Worte: "Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abstimmen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf Deiner Reise, Aserbaidschan! Europa beobachtet Dich!". Eine schön verpackte Kritik, wie ich sie nicht bessser verpacken könnte. Das ist aber auch alles.

Wenn ich mir die Berichterstattung speziell der deutschen Medien in den letzten Tage anschaue, überkommt mich das Gefühl, als ob die Verfasser gar nicht vor Ort waren. In Baku haben wir uns mehr als sicher gefühlt - wir wurden weder angebettelt noch wurde ein Mitglied unseres Teams wie in Tallinn 2002 überfallen. Bei unseren Fahrten und Gängen durch die Stadt und auch auf Landausflügen wurden wir weder durch Sicherheitskräfte begleitet noch konnten wir feststellen, dass es Menschen gab, die sich auffallend um uns kümmerten. Die durchgeführten Sicherheitskontrollen am Eingang der Halle bzw. zum Eingang des Pressezentrums waren allesamt normal und freundlich ausgeführt. Auch beim Besuch eines Fußballstadions wird man heutzutage kontrolliert. Eine zusätzliche Kontrolle erfolgte zwar am Shuttlebusparkplatz am Tage des 2. Halbfinales, mit Hinblick auf die eventuelle Bombendrohung aber durchaus erklärbar. In der Stadt selbst wurden wir nie kontrolliert.

Sicher ist nicht alles Gold was glänzt. Aber im Nachhinein den Eurovision Song Contest in Baku als aufdoktrinierte Show darzustellen, ist schlichtweg falsch! Dieser Contest war einer der besten, den es jemals gegeben hat. Wenn sich jetzt ein paar Eurovisionfans aufregen, das alles so schlimm wahr, liegt es vermutlich daran, dass diese Leute nicht als Pressevertreter akkreditiert worden sind, um schnell noch ein paar CD's abgreifen zu können.

Auch in den Demokratien gibt es sehr viel zu kritisieren. Wer sich jedoch aus dem sicheren Deutschland heraus anmaßt, Verhältnisse zu kritisieren, ohne vor Ort zu sein, sollte sich lieber erst einmal selbst zu Hause um gesellschaftliche Belange kümmern. Aus geschützten Bereichen heraus zu kritisieren ist immer sehr leicht.

Ich selbst bin zwar mit gemischten Gefühlen nach Aserbaidschan geflogen, war jedoch bald sehr positiv überrascht! Wie gesagt, wir waren nicht nur in geschützten Touristenbereichen unterwegs und ja - wir hatten auch Kontakt zu Einheimischen. Deshalb kann ich mit Fug und Recht behaupten: das Bild, was einige Leute und speziell die Medien von diesem Land zeichnen, ist sehr überspitzt dargestellt!

Jede Reise hat ihre Dauer und jede Entwicklung braucht ihre Zeit. Ich denke, Aserbaidschan ist auf einer guten Reise und wird sich auch weiter entwickeln. Viel Glück auf der Reise und vielleicht sehen wir uns bald einmal wieder!


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