| Infos über den Interpreten
|    
|
Die Türkei hat 2003 in Riga zum ersten mal in der Geschichte den Eurovision Song Contest gewonnen. Sertab Erener konnte mir ihrer einzigartigen Belly-Dance-Nummer "Everyway that i can" Europa mit moderner türkischer Musik verzaubern. Sie wurde in ihrer Heimat genauso gefeiert, wie die türkische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM. Die Türkei ist erst seit 1975 dabei und konnte sonst leider nur einmal einen guten dritten Platz mit Sebnem Paker "Dinle" (Dublin 1997) holen und schnitt meistens weit hinten ab. Das liegt wohl vor allem an den für mitteleuropäische Ohren sehr exotischen Klängen der türkischen Musik. Doch da nun ja auch die Sprachregelungen aufgehoben sind und jedes Land in Englisch singen kann - ist eben ein viel breiteres Publikum erreichbar. Aber auch ein Tarkan konnte die internationalen Hitparaden mit türkischen Klängen nach ganz oben erklimmen.
Unvergessen sind türkische Beitrage wie "Petr'oil" von Ajda Pekkan (Den Haag 1980), "Opera" von Çetin Alp & the Short wave (München 1983) und "Didai Didai Dai" von MFÖ (Göteborg 1985).
In diesem Jahr wird die Türkei ebenfalls ihrer musikalischen Tradition folgen, welche Sie in den 80ern und 90ern zeigten. Bei der türkischen Vorentscheidung schmückte man sich nur noch mit den Erfolgen von der Austragung des letzten Contests in Istanbul, mit Sertab und Athena.
Doch warum gibt es wieder eine altbackene Vorentscheidung mit einer Jury, die aus den ältesten und langweiligsten Personen bestand, welche das türkische Fernsehen TRT finden konnte? Hier wurde eine jämmerliche Show geboten, bei der sich selbst die Türken schämen mussten. Absolut kein Vergleich zu den letzten beiden Jahren, in denen die Türkei Weltklasse geboten hat. Selbst Sertab zeigte sich zutiefst enttäuscht. Gülersen ist eine absolut unbekannte Sängerin. Ihr exotisches Fingerspiel konnte die Zuschauer auch nicht begeistern. Allerdings hat man diesen Song noch in letzter Minute ein neues Image verleihen können - jetzt wird dies der erste "indisch" klingende Beitrag aller Zeiten. Der Song wirkte nämlich vorher wie ein kleines Kinderlied. Die Türkei hat die alarmierenden Kritiken verstanden, denn gerade in diesem Jahr - zum 50. Jubiläums-Grand Prix geht es darum, gut dazustehen.
|