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Gracia gewinnt die deutsche Vorentscheidung

Gracia gewinnt die deutsche Vorentscheidung. 52,8 Prozent der Zuschauer stimmten für Gracia. Sie wird am 21. Mai Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten.

Erfolgs-Produzent und Komponist Brandes wird in Kiew ebenfalls anwesend sein, wo er in Doppelfunktion agiert. Er hat auch die Frauen-Band Vanilla Ninja, die für die Schweiz antritt, zu internationalem Erfolg geführt und zeichnet für den Titel des Quartetts verantwortlich. Ob die EBU-Regularien zulassen, dass ein Komponist mit zwei Titeln an den Start geht, konnte nicht abschließend geklärt werden. Brandes sagte jedoch, in der Schweiz habe man versichert, dass es keine Probleme gebe.


Unser Kommentar zum Abend

Die genaue Startreihenfolge der Interpreten für heute abend steht nun endgültig fest. Moderator Reinhold Beckmann führt gekonnt professionell durch die Show - souverain und nicht so gekünstelt wie die Moderatoren ein Jahr vorher. An der Bühne hat sich nicht viel geändert, ebenso bekannt kommen Jingle und die Vorstellungen der Künstler vor ihrem Auftritt.

Den Auftakt machen The Murphy Brothers mit "Pickig up the pieces". Ein nettes Lied von zwei netten, gutaussehenden Jungs von der Straße.

Ellen ten Damme startet mit "Plattgeliebt" als Zweite im Feld. Trotz der klaren Worte, die der Text enthält, ist dieses Lied nichts besonderes.

Der dritte Startplatz fiel an Orange Blue, den wohl bekanntesten Starter dieses Jahr, mit "A million teardrops". Diese sehr nette Ballade wird aber im internationalen Vergleich untergehen, sollte sie den Vorentscheid gewinnen.

"Unschlagbar" wollen Königswerq (Startnummer 4) den Contest gewinnen. Ob aber die Tatsache, dass Sängerin Dania König im neunten Monat schwanger noch singend auf der Bühne steht, ausreicht um diesem typischen Vorentscheidungssong als Gewinner durchgehen zu lassen, ist mehr als fraglich.

Als fünfte geht Villaine an den Start. Obwohl der Titel "Adrenalin" heisst, produziert er selbiges nicht. Da hilft auch das bekennende Lesbentum nichts.

Startnummer sechs geht an Allee der Kosmonauten mit "Dein Lied". So wie der Titel ist auch das Lied, nett, aber chancenlos.

Ralph Siegel, anfangs noch unter dem Pseudonym Mario Mathias produzierte Startnummer 7 Nicole Süßmilch & Marco Matias "A miracle of love". Warum Siegel ein Pseudonym wählte, kann von uns nicht nachvollzogen werden, hört man doch schon nach den ersten Takten den typischen Grand Prix Stil Siegels heraus.

Gracia ist die Nummer 8, für uns eindeutig aber der Gewinner des Abends! Modern rockig und kraftvoll hat er zwar die Chancen den heutigen Abend zu gewinnen, nicht aber den Contest in Kiew.

Stefan Gwildis und "Wunderschönes Grau" ist der vorletzte Starter. Das Lied hält was es verspricht: es ist einfach zu grau, etwas zu langweilig, hier fehlt das gewisse Etwas.

12 Punkte aus der Schweiz könnten wir für die letzte Starterin bekommen, allerdings nur, weil sie aus der Schweiz kommt. Ein nettes Lalala, was man vielleicht zum Bad putzen hören kann, aber nicht bei einem internationalem Wettbewerb.

Fazit des Abends: Wer in Kiew auf einen besseren Platz als den zehnten hofft, wird seine Hoffnungen wohl enttäuscht sehen. Vielleicht sollte der NDR das Raabsche Konzept des Bundesvision Song Contest doch wohl im nächsten Jahr aufgreifen, damit bekanntere Musiker durch ein breiteres Publikum gewählt werden. Andere Teilnehmerländer des Eurovision Song Contest haben längst begriffen, dass dieser Wettbewerb schon lange nicht mehr als Nachwuchswettbewerb a la "Deutschland sucht den Superstar" geeignet ist.


Auftakt in Berlin

Nur noch drei Tage dauert es und dann steht fest, wer Deutschland offiziell in Kiew beim 50sten Eurovision Song Contest vertritt. Moderiert wird die deutsche Vorentscheidung dieses Jahr von Reinhold Beckmann, dem älterem Publikum als Sportredakteur beim NDR bekannt. Weniger bekannt ist, dass Beckmann neben der Sportberichterstattung Sendungen wie die "Guinness Show der Rekorde", den ARD-Jahresrückblick oder seine Talkshow BeCKMaNN moderierte.

Die Show wird kommentiert von den Grand Prix Tunten der Nation, Georg Uecker (der Carsten Flöter aus der "Lindenstraße") und Thomas Hermanns (aus dem "Quatsch Comedy Club"). Sie bewerten mit Sach- und Fachverstand die einzelnen Teilnehmer nach den Chancen in Kiew. Wie war die Bühnenpräsenz? Können die Künstler im internationalem Vergleich mithalten und ist das Outfit hip genug? Wichtige Fragen, denn selten hängen Erfolg und Misserfolg so von der Präsenz ab wie beim Eurovision Song Contest.


Germany 12 points????

Unter dem Titel "Germany 12 Points!" findet auch diesmal wieder die deutsche Vorentscheidung zum 50. Eurovision Song Contest in Berlin statt.

Nachdem im letzten Jahr versucht wurde mit einem neuem modernerem Konzept und in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender VIVA auch das junge Publikum für den Song Contest zu gewinnen, zeichnet der NDR dieses Jahr wieder allein für die Sendung verantwortlich. So treten denn auch zehn mehr oder minder bekannte Künstlerinnen und Künstler in den Wettbewerb um den Startplatz in Kiew: Mia Aegerter, Allee der Kosmonauten, Ellen ten Damme, Gracia, Stefan Gwildis, Königwerq, Murphy Brothers, Orange Blue, Nicole Süßmilch & Marco Matias und Villaine. Gesendet wird die Vorentscheidung aus der Berliner Treptow-Arena und Reinhold Beckmann wird die Show moderieren.

Auch das Grand Prix Urgestein Ralph Siegel will es wieder einmal wissen: Er komponierte den Song "A miracle of love" mit dem Nicole Süßmilch & Marco Matias gegen die anderen Kandidaten antreten.

Höhepunkte der Show werden die ukrainische Song Contest Sängerin Ruslana, Ex-Spice-Girl Emma aus Großbritannien, Patricia Kaas aus Frankreich, Leonid Agutin aus Russland und Al di Meola aus den USA sein, die in den Pausenakts auftreten.

Die diesjährigen Teilnehmer sind in alphabetischer Reihenfolge:


Mia Aegerter mit "Alive"
Mia ist den Zuschauern der TV-Soap "Gute Zeiten - schlechte Zeiten" von ihrer Rolle als Xenia bekannt. 2004 moderierte sie für das ZDF das Jugendmagazin "Bravo TV". 2005 wird für Mia durch verschiedene Engagements im Schweizer Fernsehen ein Jahr des Höhenflugs werden. Sie tritt mit "Alive" um die Fahrkarte nach Kiew an. Der Song ist "aus der Beobachtung heraus entstanden, dass viele Menschen oftmals nicht spontan das in ihrem Leben tun, was sie gerne möchten und fühlen ... In "Alive" geht es darum, auszubrechen, sich lebendig zu fühlen und sein Leben selbst zu bestimmen."

Allee der Kosmonauten mit "Dein Lied"
Anfang 2004 eroberten Mischa Marin und Jürgen Fürwitt mit dem Song "Du bist nicht allein" die Top 10 der deutschen Single Charts. Mit ihrem Beitrag zu deutschen Vorentscheidung präsentieren sie mit ihrem Lied "Dein Lied" kraftvollen gitarrenorientierten deutschen Poprock mit internationalen Sound. Das Lied soll mit einer Mischung aus dem Charme französischer Chansons und der frischen Kraft skandinavischer Popmusik mit deutsche Texten als eine Art "Europasound" überzeugen. Lassen wir uns überraschen.

Ellen ten Damme mit "Plattgeliebt"
Sie soll in Holland zu den bekanntesten Popkünstlern gehören. Ellen wird präsentiert, unterstützt und gefördert durch Udo Lindenberg, dem sie es auch verdankt in Deutschland einem grösserem Publikum bekannt zu werden. Genau wie Lindenberg steht sie für provokante Texte und hasst es über Liebe und Glück zu singen. Sie gilt als Freundin des mutigen, klaren Wortes, was sie auch in ihrem Beitrag beweist.

Gracia mit "Run & Hide"
Daniel Küblböck standen die Tränen in den Augen, als Gracia von den Zuschauern aus der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" herausgewählt wurde. Nach diesem Aus drehte sich trotzdem für sie das Karrierekarussell weiter: Unter anderem steuerte sie für de Disney-Film "Bärenbrüder" den Titelsong "Götter der Ewigkeit" bei. "Run & Hide" bedeutet für Gracia eine weitere Rückkehr ins Business der Musikindustrie - frisch, bestens aufgelegt, voluminös und rockig. Sollte Gracia den Vorentscheid gewinnen, bedeutet dies gleichzeitig eine doppelte Chance für ihren Produzenten David Brandes. Der tritt nämlich schon mit den "Vanilla Ninjas" im Semifinale in Kiew für die Schweiz an.

Stefan Gwildis mit "Wunderschönes Grau"
45 Jahre dauerte es, bis Stefan Gwildis quasi über Nacht berühmt wurde. Mit seinem Debüt-Album "Neues Spiel" (Juni 2003) gelang es ihm als erstem deutschsprachigem Musiker amerikanische Soul-Klassiker mit kongenial passenden deutschen Texten an das Publikum zu bringen. Und er bleibt auch mit seinem Beitrag diesem Konzept treu.

Königswerq mit "Unschlagbar"
Nahezu unbekannt ist diese Band, die mit ihrem selbst kreiertem Stil "de_pop!" um die Fahrkarte nach Kiew kämpfen. Ihre erste Single erreichte im August 2004 den Platz 130 in den Airplaycharts und hielt sich so über Wochen in den Playlists. Der Stil soll musikalisch wie textlich brilliante Ideen versprechen, die mit jeder Menge Spass und Energie umgesetzt werden.

The Murphy Brothers mit "Picking Up The Piepes"
Mit 22 (Steven) und 24 (Andrew) Jahren blicken The Murphy Brothers auf bisher rund 30 selbst geschriebene Songs zurück. Sie sage selbst über sich: "Simon & Garfunkel meets British Pop". Und sie lieben die Beatles, Beach Boys und Cat Stevens. Trotzdem sind sie zwei ziemliche normale Jungs von der Straße, die nur das tun, was andere berühmte Musiker vor ihnen auch getan haben - einen grossen Song schreiben und ihn zur Gitarre singen.

Orange Blue mit "A million teardrops"
Die wohl bekanntesten Starter des diesjährigen Vorentscheids treten mit einer wunderschönen Ballade an. 2001 erreichten sie mit ihrem Debüt-Album "In love with a dream" auf Anhieb Platin-Status, von ihrer Single "She´s got that light" wurden unglaubliche 400.000 Exemplare verkauft und sie komponierten die Musik für weltweite Hollywood-Kassenschlager wie "Dinosaurs" und "America´s Sweethearts".

Nicole Süßmilch & Marco Matias mit "A miracle of Love"
Ralph Siegel kann es nicht lassen, auch in diesem Jahr produziert er wieder fleissig mit. Nicole sang sich bis in die Top 6 der Show "Deutschland sucht die Superstars" ehe Dieter Bohlen den Daumen senkte. Marco belegte im Jahr 2000 beim "Grand Prix der portugiesischsprachigen Welt" den dritten Platz und belegte bei der ZDF-Sendung "Die deutsche Stimme 2003" den zweiten Platz. Eines Tages liefen die beiden sich bei der Ariola / BMG über den Weg und so entstand die Idee zu einem Duett mit "A miracle of Love", eine Pop-Ballade mit einer ganz besonderen Message.

Villaine mit "Adrenalin"
Sie ist kein Mädchen von Traurigkeit. Schon ihr Künstlername verheisst Power, Sex und ein erfrischendes "gegen den Strom schwimmen". Vera Viehöfer, so ihr bürgerlicher Name, ist bekennende Lesbe und lebt mit ihrer Freundin in Köln. Ihre erste Single "Adrenalin" ist ein persönliches Liebeslied über all die schönen, verrückten, aber auch schmerzlichen Gefühle, die mit einer Liebe einhergehen.
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